Semesterprogramm Wintersemester 2020

Plenum

Beginn
14:00
Dauer
3 Std.
Termine

jeweils von 14h bis open end, Raum 0232 (im Atrium) und online

Präsentation von aktuellen Arbeiten, Rohschnitten, Ideen usw. sowie zur gemeinsamen und Klärung von organisatorischen Fragen bezüglich Produktion, Auswertung, (Studio-) Dreh usw.

Einzel- und Projektberatung.

Beginn
14:00
Termine

Anna Berger / Jan Peters

jeweils von 14-17h, Raum 0230 und Raum 0232 (im Atrium) oder online

Film - Geschichte / Analyse / Theorie: Denken mit/durch/in Film - eine Versuchsreihe zum Essayfilm

Beginn
10:00
Dauer
3 Std.
Termine

jeweils von 10.00-13.00h, Raum 0232 (im Atrium) und online

Seit dem Beginn der Filmgeschichte gibt es Versuche mit Film, in Film oder durch Film zu denken. In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts wird hierfür der Begriff essayistischer Film oder Essayfilm eingeführt. In der „Versuchsreihe zum Essayfilm“ werden nicht nur die wesentlichen Merkmale dieses Genres untersucht, sondern gleichzeitig in kleinen Übungen auch eigene Filmversuche, die sich auf diese Merkmale beziehen, durchgeführt.

Zu den Merkmalen des Essayfilms gehören neben der Thematisierung und Inszenierung des subjektiven Blickes, bzw der subjektiven Weltsicht: Traum, Imagination, Erfahrung und Erinnerung auch die „Selbstreflexivität“ dieser Filme, die ihre Mittel aufzeigen, und so bei den Betrachter_innen einen Zweifel am Bild und der filmischen Abbildbarkeit von Wirklichkeit generell erzeugen (sollen). Weitere Merkmale sind eine prozesshafte Vorläufigkeit oder ewige Unfertigkeit, das „de-komponierende Verfahren“, bei dem Bildfragmente rekombiniert und sich der Linearität verweigert wird, die Einbeziehung anderer Ausdrucksformen wie Schrift und Sprache und die Einbeziehung traditioneller Wissensbestände, auf die vorwiegend zitierend oder assoziativ angespielt wird, indem andere Werke aus Literatur, Malerei, Musik und Fotografie zitiert werden. Damit weist der Essayfilm Merkmale der Intertexualität und der Intermedialität auf und spricht das „kulturelle Gedächtnis“ all derer an, die ein bestimmtes (Sprach-)bild schon einmal gesehen oder gehört haben. Der Essayfilm enthält aber auch Elemente der persönlichen Erinnerung. Im Essayfilm wird damit häufig das individuelle Gedächtnis, sowohl der Autoren als auch der Rezipienten, mit dem „kulturellen Gedächtnis“ eines nicht klar zu umreissenden Kollektivs in Beziehung gesetzt. Eine weitere Besonderheit des Essayfilmes ist vielleicht seine Sperrigkeit. Essayfilme erschließen sich den Betrachter_innen nicht sofort, sondern oft erst nach mehrmaligem Ansehen – und selbst dann bleiben viele Aspekte oftmals rätselhaft. Essayfilme fordern zu mehrmaligem Ansehen auf, erfordern Interpretation und sind nicht einfach konsumierbar. Die Form Essayfilm versammelt verschiedensten Filme unter sich; zum Beispiel Filme von Jean-Luc Godard, Alain Renais, Joris Ivens, Derek Jarman, Agnes Varda, Chantal Akerman, Sergei Eisenstein, Hans Richter, Orson Welles, Pier Paolo Pasolini oder in Deutschland Filme von Alexander Kluge, Hartmut Bitomsky, Harun Farocki und Birgit Hein und viele, viele andere mehr.

Wir werden im Seminar Essayfilme ansehen und zu verschiedenen Ebenen wie Bild, Archivmaterial, Kommentar, Sound, jeweils eine Übung, einen Versuch machen.

Praxis-Werkstatt-Film

Beginn
10:00
Dauer
3 Std.
Termine

jeweils von 10-13h, Raum 0232 (im Atrium)

Zur Einführung in die 16mm-Bolex-Filmkameras der Klasse Film und bewegtes Bild wird jede_r Teilnehmer_in eine 30m Rolle (3 Minuten) 16mm Film belichten, entwickeln und digitalisieren. Anfangs werden Beispielfilme gesichtet, um allgemein die 16mm-Technik zu erläutern. Dann werden alte 16mm Farbfilme (Geschenke vom HR) portioniert und es wird in die Bedienung der Bolex-Kameras eingeführt. Anschließend haben alle Teilnehmer in Selbstorganisation Zeit, einen eigenen kurzen Film zu belichten, der dann mit Instantkaffee, Vitamin-C und Waschsoda entwickelt und abgetastet wird. In der Folgeveranstaltung mit dem „Titel Praxis-Werkstatt-Film Teil 2“ im Sommersemester 2020 erfolgt dann die Tonbearbeitung (Sounddesign und Komposition) für die entstanden Filme.

Für alle Neueinsteiger_innen in der Klasse Film und bewegtes Bild obligatorisch, für alle anderen zur Auffrischung empfohlen.

Projekt : TELE-KOMMUNIKATION/PHATIE

Beginn
11:00
Dauer
7 Std.
Termine

(Kooperation mit der Kingston School of Art in London)

Anna Berger / Jan Peters / Evgenia Gostrer (Kingston School of Art)

jeweils von 11h bis 18h, Raum 0232 (im Atrium)

Die Maßnahmen zum Schutz vor der Verbreitung des Coronavirus haben die bereits zuvor zunehmende Digitalisierung von Kommunikation extrem beschleunigt. Auch die Lehre findet inzwischen verstärkt digital im Internet statt. Dass in der Lehre/Kommunikation auf diesem Weg ein Umgang mit zahlreichen und unterschiedlichsten Einschränkungen gefunden werden muss, rückte bei der Planung des Kooperationsprojekts zwischen Studierenden der Kingston School of Art und der Kunsthochschule Kassel schnell in den Vordergrund und führte zu dem Entschluss, dieses Thema in den Fokus der Zusammenarbeit zu stellen.

Dass Informationen (Bilder, Töne, Texte oder andere Signale) – heute in sehr kurzer Zeit -- über sehr lange Strecken übermittelt werden können, ist das Ergebnis eines langwierigen Prozesses, der die Menschen schon seit Jahrhunderten beschäftigt hat. Aber zu welcher Veränderung in der Kommunikation hat dieser Prozess geführt, mit welchen Einschränkungen musste umgegangen, welche Schwierigkeiten überwunden werden und welche Lösungsmöglichkeiten / technologischen Neuerungen gingen dabei verloren, wurden nicht weiterbearbeitet oder landeten auf dem Müllhaufen der Technikgeschickte?

Diese und andere Fragen sollen den Ausgangspunkt des Kooperationsprojekts in dem Kommunikationsprojekt "Tele/kommunikation/pathie" bilden, von dem aus Projekte / Projektideen der Studierenden der beteiligten Kunsthochschulen im Zeitraum von 20.10. bis 6.11. (eine Zusammenarbeit darüber hinaus möglich) entwickelt werden.

Ein kurzer historisch-technologischer Aufriss der Informationsübermittlung zeigt, dass nach der grundlegenden Erfindung der Sprache schnell Grenzen bezüglich der Reichweite gesetzt waren: Laut geschrien reichte sie kaum weiter als 1,5 km. Erste Verbesserungen brachten Trommelstationen, später berittene oder unberittene Boten, Signalfeuer, gut durchorganisierter Brieftauben-Routen oder Staffettenläufern (mit entweder mündlicher Nachrichtenübermittelung oder in Form einer Knotenschnuren). Später folgten optische Telegraphen und kurz darauf elektromagnetischen Schreibtelegraphen mit dem als Morse-Alphabet bekannten Binärcode und den zugehörigen Telegraphenleitung, die in vielen Ländern weitläufig ausgebaut und schließlich per Seekabel sogar zu einem interkontinentalen Netz verbunden wurden, auf das nicht nur das elektrischen Telefon nach seiner Erfindung zurückgreifen konnte, sondern auch das weltweite Computernetz.

Im Cooperationsprojekt "Tele/kommunikation/pathie" wollen wir nicht nur auf technisch überholte, aus der Mode gekommene oder nie zur Anwendungsreife entwickelte Techniken zurückblicken und versuchen sie wieder zu aktivieren und/oder um und neu zu nutzen, sondern auch einen Blick auf die Motivationen und Denkweisen werfen, die zu ihrer Entwicklung beigetragen haben.

In der Kommunikation zwischen London und Kassel werden wir in dem Projekt deshalb versuchen, das Internet als Medium weitestgehend auszuschließen und andere Wege zu untersuchen wie zum Beispiel CB-Funk, Briefe (und Brieftauben), Rauchsignale, Telepathie usw.

Filme: Jean Rouch: Les maitres fous, 1955 / Caspar Stracke: Circle's Short Circuit, 1998 / Peter Ott: Hölle Hamburg, 2007 u.v.a. // Bücher: Avital Ronell: The Telephone Book: Technology, Schizophrenia, Electric Speech / Friedrich Kittler: Grammophon /Film /Typewriter / Siegfried Zielinski: Eine Archäologie der Medien / Jacques Derrida: Telepathie

Ton-Bild-Zeit: Filmemacher*innen und ihr Werk

Beginn
00:00
Termine

jeweils von 18h30-21h im Filmladen Kassel, Goethestr. 31, 34119 Kassel

Eine Zusammenarbeit vom Filmladen und der Kunsthochschule: Filmemacherinnen und Filmemacher präsentieren in einer öffentlichen Vorführung ihre abendfüllenden Werke im Kino und berichten in einem anschließenden Gespräch ausführlich über die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte.

Workshopreihe zur Produktion der HHFT-Trailer

Beginn
10:00
Termine

Diese Serie von Workshops ist für alle Neueinsteiger_innen in der Klasse Film und bewegtes Bild obligatorisch: Gemeinsam werden die Trailer für den 10. Hessischen Hochschulfilmtag (HHFT) angefertigt, der während des Kasseler DokFests am Donnerstag, den 19.11.2020 stattfinden wird.

Mit den HHFT-Trailer Workshop sollen alle Neueinsteiger_innen in der Klasse Film und bewegtes Bild auch das "technische Handwerkszeug" für ihre zukünftigen eigenen Produktionen mit der Ausrüstung der Klasse Film und bewegtes Bild und des digipools erwerben. Die Teilnahme berechtigt zur Nutzung der klasseneigenen Ton- und Kameraausrüstung.

Anmeldung für die Workshop-Serie bitte bis 23.10.2020 an: anna.berger@uni-kassel.de

1. Einführungsworkshop in die klasseneigenen BMP-Kamera mit Sita Scherer (Gastdozentin)

Dienstag, 27.10.2020

10h00-18h00, Raum 0233 (Atrium)

Es wird in die klasseneigenen BMP-Kamera eingeführt mit dem Ziel, die Kenntnis beim Dreh der HHFT-Trailer im Workshop "HHFT-Trailer-Workshop: Ideeentwicklung und Dreh mit Stefan Prehn" anzuwenden und auch für eigenen Projekte nutzen zu können. Die Teilnahme berechtigt zur Nutzung der klasseneigenen Kamera-Ausrüstung.

Gastdozentin Sita Scherer studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Leipzig sowie Visuelle Kommunikation in der Klasse "Film und bewegtes Bild" an der Kunsthochschule Kassel. Sie war Stipentiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg und erhielt dieses Jahr das Otto-Braun-Stipendium für die Produktion ihres Abschlussfilms "Bestand". Filme macht sie seit 2011, wobei sie gesellschaftlich relevante Inhalte mit poetischen Formen verknüpft. Ihr Fokus liegt auf Dokumentar- und Essayfilmen, die inhaltlich zwischen Politik, Geschichte und Soziologe changieren. Ihre Filme wurden international gezeigt und haben Preise gewonnen. Ihr Dokumentarfilm AT THE MARGIN ist für den Hessischen Filmpreis 2020 nominiert.

2. Einführungsworkshop in die klasseneigene Tontechnik mit NN (Gastdozent)

Mittwoch 28.10.2020

10h00-18h00, Raum 0233 (Atrium)

Es wird in die klasseneigenen Tonausrüstung eingeführt mit dem Ziel, die Kenntnis beim Dreh der HHFT-Trailer im Workshop "HHFT-Trailer-Workshop: Ideeentwicklung und Dreh mit Stefan Prehn" anzuwenden und auch für eigenen Projekte nutzen zu können. Die Teilnahme berechtigt zur Nutzung der klasseneigenen Tonausrüstung.

3. HHFT-Trailer-Workshop: Ideeentwicklung und Dreh mit Stefan Prehn (Gastdozent)

Freitag 30.10.2020 / Samstag 31.10.2020 / Sonntag 01.11.2020

jeweils von 10h00 bis mind. 18h00, Raum 0232 (Atrium)

Mit den Kenntnissen aus den Workshops mit Tobi Böhm (Einführung in die Tontechnik) und Sita Scherer (Einführung in die BMP-Kamera) werden die Trailer für den HHFT konzeptionell entwickelt und gedreht.

Der Gastdozent Stefan Prehn arbeitet als Regisseur, Autor und Editor in Deutschland und Frankreich. Er realisiert Kurzspielfilme (darunter auch der bekannte "Staplerfahrer Klaus"), Werbung und Dokumentarfilme. Außerdem beteiligt er sich an Multimedia-Shows sowie Theater- und Kunstprojekten, u. a. mit dem Schauspielhaus und Kampnagel in Hamburg sowie der Volksbühne und Hebbel am Ufer in Berlin. Sein Interesse gilt stets der Suche nach der adäquaten Erzählform für einen interessanten Stoff. Nach dem Studium der Visuellen Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg sammelte Stefan Prehn Erfahrungen bei zahlreichen Filmproduktionen. Seit 2001 macht er eigene Filme. Sie waren auf über 300 internationalen Filmfestivals zu sehen und haben zahlreiche Preise gewonnen, darunter zweimal den Preis der Deutschen Filmkritik.

4. Einführungsworkshop in die Schnitttechnik in der Edit-Suite des digipool mit Paul Mayer (Gastdozent)

Montag 02.11.2020

10h00-18h00, mac-pool

Anhand des Materials, welches im Workshop mit Stefan Prehn gedreht wurde, wird in die Schnitttechnik in der Edit-Suite des digipool eingeführt - mit dem Ziel, die HHFT Trailer am Ende fertig zu schneiden.

Jeder der über ein Laptop mit Premiere Pro verfügt sollte den bitte mitbringen. Premiere Pro lässt sich auch einen Monat gratis testen.

https://www.adobe.com/de/products/premiere.html?promoid=PQ7SQBYQ&mv=other

Adobe bietet auf der Seite auch Rabatte für Studenten an.

5. Einführungsworkshop in die Tonmischung im Tonstudio der Kunsthochschule mit NN (Gastdozent)

Freitag 06.11.2020

10h00-18h00, Tonstudio

Anhand des Materials, welches im Workshop mit Stefan Prehn gedreht und im Workshop mit Paul Mayer geschnitten wurde, wird in die Tonmischung im Tonstudio der Kunsthochschule eingeführt - mit dem Ziel, die Tonmischung für die HHFT Trailer fertigzustellen.

6. Einführung in die Farbkorrektur, Mastering und DCP-Erstellung mit Paul Mayer (Gastdozent)

Montag 09.11.2020

10h00-18h00, mac-pool

Die in den vorherigen Workshops hergestellten Trailer, werden in diesem Workshop farbkorrigiert, gemastert und als DCPs exportiert, damit sie im Kino vorführbar sind.