Semesterprogramm Sommersemester 2021

Plenum

Beginn
14:00
Dauer
3 Std.
Termine

jeweils von 14h bis open end, Raum 0232 (im Atrium) und online

Präsentation von aktuellen Arbeiten, Rohschnitten, Ideen usw. sowie zur gemeinsamen und Klärung von organisatorischen Fragen bezüglich Produktion, Auswertung, (Studio-) Dreh usw.

Einzel- und Projektberatung.

Beginn
14:00
Termine

Anna Berger / Jan Peters

jeweils von 14-17h, Raum 0230 und Raum 0232 (im Atrium) oder online

Film - Geschichte / Analyse / Theorie: Collage-Aneignung-Archiv

Beginn
10:00
Dauer
3 Std.
Termine

Anna Berger / Jan Peters

jeweils von 10.00-13.00h, Raum 0232 (im Atrium) und online

In der Veranstaltung Film - Geschichte / Analyse / Theorie: Collage-Aneignung-Archiv sollen Found-Footage-Filme untersucht werden. Wobei Found-Footage in der filmwissenschaftlichen Definition als Material-Aneignung verstanden wird und der Begriff „Found-Footage“ dabei „sowohl das Objekt - eine gefundene Sequenz - als auch eine Praxis bezeichnet, die darin besteht, Filme durch die Aneignung von gefundenen, aufgehobenen, gesampelten und subvertierten Elementen zu produzieren, die nicht von den Filmemacher_innen gedreht wurden." (Yann Beauvais „Films d'archives“). Filme, die „die Bilder autonomisieren“ (Nicole Brenez, Pip Chodorov „Cartographie du Found Footage“) indem sie entweder direkt in das Filmmaterial (z. B. auch in die Emulsionsschicht), in die Bild- und Ton-Montage eingreifen, andere Kontexte hinzufügen (in andere Kontexte stellen) oder jeder andere denkbare Art der Bearbeitung des Materials vornehmen, das überall gefunden bzw. entnommen worden seien kann: in Spiel.- Amateur- Lehr- Dokumentarfilmen, Nachrichtensendungen, Archiven (privaten oder öffentliche) auf Flohmärkten, in liegen gelassenen Filmdosen, bei Amateurfilmer_innen oder Werbeagenturen, im Internet und natürlich am Galgen im Schneideraum, im Abfalleimer und im Müll. Wie aus Kommentaren und Selbstbeschreibungen vieler Regisseure, die Found-Footage-Filme produzierten hervorgeht (zum Beispiel in den Texten der Lettristen Isidore Isou und Maurice Lemaître), wurde das in ihren Arbeiten verwendete Filmmaterial tatsächlich hier gefunden: im Müll - was ihren Arbeiten damals in den 50er/60er Jahren eine unbestreitbare Aura der Avantgarde verlieh.Heute findet sich analoges Material zur Weiterverarbeitung nicht mehr so leicht zufällig im Schneideraum oder auf der Strasse, dafür wimmelt es online von Material. Die dabei auftretenden Rechte- und Lizenzfragen werden wir zunächst vernachlässigen, uns im Laufe des Seminars aber auch damit beschäftigen.

Seit den 90er Jahren unterteilt die Filmwissenschaft Found Footage Filme in drei Kategorien: Kompilation, Collage und Appropriation. Durch gemeinsames Sichten von Filmen und Lesen von Texten, sollen diese in der Veranstaltung „Film - Geschichte / Analyse / Theorie: Collage-Aneignung-Archiv“ genauer herausgearbeitet werden, wobei solche Filme aussen vor gelassen werden, die den Begriff Found-Footage nicht filmwissenschaftlich verwenden, sondern damit eine häufig im Horror-Genre Verwendung findende Erzählform meinen, die mit der Behauptung von gefundenem Material eine Verstärkung von Schockeffekten zu erzielen versucht.

Wir werden im Seminar Filme ansehen und zu verschiedenen Ebenen wie Bild, Archivmaterial, Kommentar, Sound, jeweils Übungen machen. Dabei soll unter anderem auch auf das Material zurückgegriffen werden, dass im Rahmen des Projekts „Débordements - Überläufe“ entstanden ist. Daher ist die Teilnahme an der Veranstaltung „Film - Geschichte / Analyse / Theorie: Collage-Aneignung-Archiv“ allen am Projekt Beteiligten sehr empfohlen.

Praxis-Werkstatt-Film

Beginn
10:00
Dauer
3 Std.
Termine

Jan Peters / zum Teil Roman Beilharz, Pit Przygodda

jeweils von 10-13h, Raum 0232 (im Atrium) und online

In Kooperation mit dem Institut für Musik der Uni-Kassel (Roman Beilharz) und den Teilnehmern des dort angebotenen Seminars „Filmmusik schreiben“ richtet sich die „Praxis-Werkstatt-Film (Teil 2)“ in diesem Semester nicht nur an die Teilnehmer_innen der „Praxis-Werkstatt-Film (Teil 1)“ im vorangegangenen Semester, sondern auch an Studierende aus anderen Schwerpunkten der Kunsthochschule, die für eine Bewegtbildproduktion / einen Film aktuell an der Tonbearbeitung / Filmmusik arbeiten oder diese in Planung haben.

Konkret werden die Teilnehmer_innen (sowohl aus der Kunsthochschule als auch vom Institut für Musik der Uni-Kassel) sich und ihre Projekte/Projektideen in einer ersten Veranstaltung einander vorstellen und gemeinsam mit dem Musiker, (Film- )Komponisten und Erfinder Pit Przygodda Sound- und Musikideen für die jeweiligen Arbeiten entwickeln.

Es geht dabei darum, Filmmusik und Sounddesign zu Film zu entwickeln, komponieren, produzieren, abzustimmen mit Geräuschen, Dialogen, Schnitt (Rhythmus), Bildkomposition, Farben, Licht, Charaktere, Plot-Inhalten, Meta-Ebenen, usw. Die Bandbreite der Klanggestaltungsmöglichkeiten dabei ist groß und soll so offen wie möglich gedacht werden. Neben Musik und Komposition sind zum Beispiel auch Vertonungen nur mit Field-Recording-Aufnahmen oder nur weißes Rauschen oder der Stille oder der Human-Beatbox und alles erdenkliche mehr möglich.

Und es geht zu einem großen Teil um Zusammenarbeit. Zwischen Filmemacher und Musiker. Einander zuhören, verstehen, Ideen aufgreifen, weiterentwickeln und sich überraschen zu lassen. Und zu erleben, dass dabei etwas unvorherseh/hörbares Neues herauskommt.

Im weiteren Verlauf des Semesters werden die Ideen in der Praxis umgesetzt (wobei an zwei weiteren Terminen – 29.05. und 10.07. erneut Pit Przygodda als Inputgeber beteiligt seien wird) mit dem Ziel am Ende des Semesters die fertiggestellten Arbeitsergebnisse (beim Rundgang der kunsthochschule) zu präsentieren und die Arbeiten im Rahmen der von der hFMA unterstützen Veranstaltung „Musik für Stummfilm“ im November live im Konzertsaal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt und ein weiteres Mal im Konzertsaal der Uni-Kassel aufzuführen.

Projekt : Débordements - Überläufe

Beginn
11:00
Dauer
7 Std.
Termine

Kooperationsprojekt der Klasse Film und bewegtes Bild mit Studierenden der ESAPB (École supérieure d'art Pays Basque), Biarritz (Frankreich), Prof_in Sara Millot

und in Zusammenarbeit mit dem Kasseler DokFest

Anna Berger / Jan Peters / Sara Millot

Das Projekt „Débordements - Überläufe“ führt die Kooperation mit Studierenden der der ESAPB (École supérieure d'art Pays Basque), Biarritz (Frankreich) fort, die wir mit dem Projekt „Atlas - no border“ 2019 in Kassel begonnen und Anfang 2020 mit einer Exkursion nach Biarritz fortgesetzt hatten. Leider kam es im Anschluss an die Exkursion durch den Beginn der Pandemie letztes Frühjahr dann aber zu einer langen Unterbrechung. Aber jetzt soll es weitergehen: ALLE sind herzlich eingeladen sich an diesem Projekt zu beteiligen, unabhängig von einer vorherigen Teilnahme. Zwar werden wir immer noch nicht wieder nach Biarritz fahren können (wie es eigentlich geplant war) und auch keinen Besuch von dort empfangen, aber wir werden versuchen, das Beste daraus zu machen.

Ausgangspunkt bleibt die Reibungen, die entsteht in In der Historie von Territorien und Topographien, vor dem Hintergrund der der Geschichte(n) Europas, zwischen Atlanten und Landschaften, Zentren und Peripherien, Grenzen und Überschreitungen, verschiedenen Sprachen (Französisch, Deutsch, Spanisch, Baskisch, Hessisch…), vor dem Hintergrund der der Geschichte(n) Europas.

Um diesen Reibungen auf die Spur zu kommen soll der geschützte Raum der Kunsthochschulen verlassen und die Umgebung erkundet werden (falls aus pandemischen Gründen nicht anders möglich im virtuellen Raum des weltweiten Netzes).

Wobei die Studierenden aus Biarritz sich die spanisch-französische Grenze vornehmen, wo sich die beiden Städte Hendaye (auf französischer Seite) und Irun (auf spanischer Seite) gegenüber liegen, getrennt durch den Grenzfluss Bidassoa, in und an dem sich zahlreiche Konfliktlinien zu spiegeln lassen (Königreiche Spaniens und Frankreichs, französische Republik, spanische Diktatur, Baskische Befreiungsbewegung, aktuelle Migrationsgeschichten usw.), in dessen Mitte zwischen den beiden Städten sich aber auch die Fasaneninsel befindet. Ein Kondominium (ein Gebiet, das unter der Herrschaft mehrerer Staaten steht), auf der der historische spanisch-französische "Prinzessinnentausch" stattgefunden hat. Diese kleine unbewohnte Insel ist das einzige zeitgenössische Beispiel einer wechselnden Souveränität: Jahr für Jahr liegt sie abwechselnd bei Spanien und dann wieder bei Frankreich. Gleichzeitig kreuzt über den Fluss eine der aktuellen Migrationsrouten und so finden sich Abschiebelager neben Vereinen zur Erhaltung der baskischen Identität unweit von Duty-Free-Zonen, mit Einkaufszentren und Prostitution auf dem Brachland dazwischen.

Während die Studierenden aus Kassel die Grenze zwischen Hessen und Thüringen untersuchen, die vor über 30 Jahren noch unüberwindbar zwei sich feindlich gegenüberstehenden Ideologien trennte, und je nach Blickrichtung gleichzeitig Todesstreifen und antiimperialistischer Schutzwall war. Hier spiegeln sich die sich die Geschichte(n) Europa zum Beispiel auch im Mahnmal gegen die schleichende Normalisierung des Faschismus in Deutschland, welches vom Zentrum für politische Schönheit im gleichen Ort errichtet wurde, in dem auch ein Wurstmuseum Hausschlachtelehrgänge anbietet und in den Spuren die die Idee des Fulda Gap in der Landschaft hinterlassen hat, welches sich von Herleshausen bis Bad Neustadt an der Saale erstreckte und die fragilen und „strategisch verletzlichen“ geographischen Gegebenheiten bezeichnete, aufgrund derer die NATO hier einen Vorstoß der Truppen des Warschauer Pakts weit in das Hinterland der Bundesrepublik Deutschland hinein befürchtete.

Hier wie in Frankreich handelt es sich um Landschaften und Themen voller Widersprüche und paradoxer Gegensätze, die die Frage aufwirft, was trennt und was zusammenführt. Und wie daraus so etwas wie ein Gemeinwesen wachsen kann? Und auf beiden Seiten können neben den topografischen auch alle anderen Arten von Grenzen (persönliche, ästhetische, moralische usw.) in die Untersuchung einbezogen werden.

Die Studierenden aus Kassel und Biarritz werden sich gegenseitig regelmässig austauschen und nicht nur inspirieren sondern im besten Fall geradezu beauftragen. Dabei soll ein gemeinsamer Materialpool entstehen, aus Bildern, Tönen, Texten, Archivmaterial, Zeichnungen usw., auf den alle Beteiligten zugreifen können um eigene oder gemeinsame Arbeiten fertig zu stellen, die im November 2021 beim Kasseler Dokfest im Rahmen einer Ausstellung präsentiert werden sollen, begleitet von einer Publikation, die die Hochschule aus Biarritz finanzieren wird. Sobald sich die Lage bezüglich der Pandemie entspannt wird eine Exkursion nach Biarritz konkret geplant, um Ausstellung und Publikation gemeinsam vorbereiten zu können.

Die Teilnahme an der Veranstaltung „Film - Geschichte / Analyse / Theorie: Collage-Aneignung-Archiv“ wird allen am Projekt Beteiligten empfohlen.

Ton-Bild-Zeit: Filmemacher*innen und ihr Werk

Beginn
00:00

Zur Zeit ist die Reihe Ton-Bild-Zeit leider ausgesetzt, weil wegen der Pandemie die Kinos geschlossen sind. Sobald ein Termin für die Öffnung der Kinos feststeht, werden Termine für kommende Veranstaltungen bekanntgegeben. In der Planung sind Präsentationen der Filme "Zustand und Gelände" von Ute Adamczewski und "Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist" von Sabine Herpich.